Kein Tag am Meer

Darüber muss ich jetzt mal schreiben.

An einem der letzten Samstage habe ich L. besucht. Saarbrücken war das, und ich wohne im Südwesten. Aber wozu hat man einen Freifahrtschein, offiziell „Wertmarke“ genannt? Genau, für Flatrate Regionalzüge fahren :-P

Von mir zum Hauptbahnhof (danke an J., der so früh aufgestanden ist), dann von dort aus weiter alleine nach L. Wo mir zwei verdammt nette junge Männer geholfen haben, von Gleis 3 auf Gleis 2 zu kommen. Das wr richtiges Glück, die Aufzüge werden nämlich gerade umgebaut. Dann eine Stunde gewartet, Doppelkekse gegessen (am Freitag extra besorgt) Kafka gelesen („Der Proceß“, sehr gutes Buch). Zug nach P., von P. dann nach Saarbrücken. Zwischendurch nochmal ein Muster an Hilfsbereitschaft erlebt. Oder kennt ihr jemanden, der einen einmal quer durch den InterRegio schleppt nur damit man zur Toilette kommt und(!) vor der Tür wartet bis man fertig ist? Nein? Ich bis dahin auch nicht.

In Saarbrücken Hauptbahnhof angekommen wartete L. in der Vorhalle auf mich. Ein „Hallo“, eine Umarmung (krass wie sie gezittert hat), dann die ersten unsicheren Schritte zusammen. Sie sieht nicht aus wie auf den Bildern die ich von ihr kannte, nicht so kindlich sondern fast schon schön.

Es werden sehr schöne Stunden. Klamottenläden und Schuhläden und Buchladen (Bomb the system!) und Handyläden. Alles dabei. Und mit sehr viel Spaß verbunden. Sie taut immer mehr auf, wir werden ungezwungener. Ihr Vater und ihre Schwester wollten sie im Sicherheitsabstand begleiten, hatten sich aber abgesetzt, ich war wohl harmlos genug…

Dann noch zum McDonalds (Neeeeein, die Softdrinks haben KEIN FreeRefill), die Schwester spricht sie ungeduldig an… aber anyway Zeit wieder zum Gleis zu gehen. Der Bahnhof sieht von außen wie ein Bürogebäude aus. Innen sind zu wenige Fahrkartenautomaten,, ich muss länger anstehen um eine Auskunft zu bekommen, egal.

Wir machen ein paar Bilder, schöne Bilder :) Eine lange Umarmung. Auf dem Gleis sind eine Menge Leute mit Deutschland-Trikot, unterwegs nach Kaiserslautern, irgendein Länderspiel, in den Zug helfen mir ein paar englischsprechende Asiaten.

Im Zug ziehe ich die Jacke wieder aus, verkable meine Ohrstöpsel, schaue immer wieder zu L. hin, die am Bahnsteig steht und wartet. Als der Zug wegfährt winke ich ihr, und ich weiß nicht ob sie es sieht, aber am Schluss strecke ich ihr die Zunge heraus.  Die Fahrt verläuft gut, ich esse das Popcorn vom o2-Shop (Warum gibt es da Popcorn), die altbewährten Doppelkekse, lese Kafka, werde von Leuten angesprochen. Ab L., also auf dem letzten Teilstück, wird es allerdings unangenehm. Ein Abteilwagen der Deutschen Bahn AG, ausgewiesen als InterRegioExpress… SCHEISSE. Und dann noch ein absolut asozialer Schaffner, der mir im Prinzip einen Vorwurf daraus macht alleine mit Rollstuhl Bahn zu fahren. FICK DICH? Am Ende hilft mir ein freundliches älteres Ehepaar. Immerhin weiß ich jetzt auch, wie ich aus einem Abteilwagen ohne Rollstuhl aussteigen kann.

Der Rest ist Routine.

Und in den Osterferien geht es wieder los *freu*

One comment

Schreibe eine Antwort zu strichpunkt Antwort abbrechen