OVERKILL

„Macht mal an eurer Datenbank weiter“ – Klasse. In Ermangelung einer Aufgabe wird jetzt eben Blog geschrieben, über das Wochenende.

Los ging es am Freitag um 14.00 Uhr mit gepacktem Eastpak zur Bushaltestelle. Noch M. plus Freund getroffen, die beiden sind immer echt süß :)

Vom Hauptbahnhof dann über Mannheim Richtung Trier mit überfüllten Zügen nach Saarbrücken, die Güterzüge auf der Strecke hatten erfreulicherweise eine sehr hohe Piece-Dichte…

Um kurz nach vier in Saarbrücken angekommen, von der phänomenal schlechten Verkehrsführung und den oft wenig rollstuhlgerechten Bordsteinen wurde nur leider mein Weg von 1.0 km auf ca. das Doppelte verlängert. Egal, das was auf mich wartete entschädigte für ALLES.

Hip-Hop Jam mit Torch und Toni L. als Hauptact. Ich musste die für L. und mich reservierten Tickets bis 17.30 Uhr abgeholt haben (D. mal wieder abgesprungen…), Einlass war offiziell ab 18.30 Uhr. Die Mitarbeiter vom JuZ waren so freundlich mir anzubieten dass ich ja schonmal in die Halle könnte, da die letzten Soundchecks gesehen. Und schon irgendwie cool, einfach mal von jedem der Rapper gegrüßt zu werden, einfach nur weil sie den Typen im Rollstuhl nicht zuordnen können :D Aproopos Rollstuhl, zwei Leute vom Team kamen noch und haben mir ein kleines Podest dafür gebaut, „damit du auch was siehst“.

Kurz vor Einlass dann als Erster von allen das Armbändchen bekommen, auf L. gewartet um ihr ihr Ticket durchzureichen, aufgereeegt, Tooooorchmann. Sie kam und sie war aufgeregt und sie sah wirklich hübsch aus (jaaa, das muss ich nochmal anmerken). Wir waren beide sehr aufgeregt und langsam wurde es immer voller.

Irgendwann ging es dann mal auf das Podest, die erste Crew kam auf die Bühne, hat sich wirklich bemüht, aber die Leute sind einfach nicht abgegangen, auch wenn ich persönlich gerade die Freestyle-Einlage am Ende ziemlich fresh fand. Dann kamen eher härtere Rapper, die fand ich gut aber L. nicht so besonders, dann die Lokal-Oldschooler mit herzerwärmenden Oldschool Rapstyles (ihr nennt es vielleicht schlecht, aber ich maaag es), dann Drehmo der Emo aka. Drehmoment, der Moderator der besten Radioshow der Welt.

Und dann, dann, DANN! „L, da war gerade Torch, hat sein Mic abgeholt!“. Ein mir unbekannter Rapper (der zugegebenermaßen aber auch etwas an Torch erinnerte) kam auf die Bühne, kündigte ein bisschen an, dann Toni L. (der letzte tighte Italiener), dann… nochmal der unbekannte Rapper.

DANN TORCH. Torch, verdammt! Die Masse tobte, spätestens jetzt war kein Fleckchen in den vorderen drei Vierteln des Rauims mehr frei. Der Beat von „Kapitel 29“, große Teile des Texts von den Leuten gerappt, Gänsehaut. Danach wurde Torch bejubelt, alle Hände oben, ich denke mir „Man nennt ihn nicht umsonst den Zulu-KING“, bin selbst mit vollster Begeisterung dabei, nach knapp zwei Stunden Konzert bin ich sowas von heißer, habe wie alle alle Texte mitgeschrien die ich kannte, bin wie alle abgegangen, die letzte halbe Stunde bestand für die Masse aus springen, ich musste mir eben mit dem Arm behelfen. Torch mit seinem „großen Bruder“ Toni L., das Dreamteam, wir haben es immer gewusst. Und Toni L. flowt live einfach noch übler als aus der Konserve, ein Rausch.

Rufe nach „Wir waren mal Stars“, er erfüllt sie uns, mit dem Part von Toni L. den sonst alle immer weglassen, göttlich, göttlich der kollektive Schrei „Wir glaubten so stark an die Hip-Hop Kultur!“.

Danach fragt mich L. „Jetzt bist du glücklich, oder?“, ich kann es einfach nur bejahen.

Zum Merchandise-Stand, ich wollte unbedingt ein T-Shirt haben, wir kommen an Drehmoment vorbei, irgendwann fragt er mich „Soll ich dir ein T-Shirt holen?“. Er ist auch so nett und freundlich, L. bekommt nach vergeblichen Versuchen endlich ein Autogramm ihres Stars, ich („wo ich schon da bin“) auf den Eastpak. Wir reden noch ein bisschen, er ist gechillt, es ist toll. „Seit ihr gleich noch auf der Party? Nö? Schade.“

Dann warten wir auf ihren Bruder, er soll uns mit dem Auto abholen, ich werde bei ihr pennen. Ein Typ spricht mich an „Checkst du mal meine Facebook-Seite, will deine Meinung hören?“, dann „Oh, da hinten ist Torch, schauen wir mal vorbei!“.

Da steht er. Lädt die Merchandise-Sachen in einen Fiat Punto, ich gebe ihm die Hand. Er sieht alt aus aus der Nähe, nicht wie 40. Aber er hat seinen Traum gelebt. Jetzt bin ich der Sprachlose, „Ja, ich wollte mal hallo sagen, weil… hallo. Nach zehn Jahren, endlich mal in persona.“. Wo kommsten her, wie, ohne Scheiß, du bist von H. extra nach Saarbrücken gefahren? Achso, verstehe… Hab vorhin gesehen, du musstest lange warten, hatte aber zu tun… Muss in drei Stunden auf meinen Flieger nach New York… yo, schönen Abend euch.
Hab ihm dann nochmal die Hand gegeben, wir checken, ich bin weg. Sehr sehr müde im Auto.

Schlafen konnte ich besser als gedacht, L.s Mutter war weniger neugierig als gedacht, und spätestens nachdem ich wieder in H. angekommen bin war ich auch fitter als gedacht.

Klarer Himmel, Sonne, richtig schönes Wetter, gute Laune. K. fehlte.

Abends dann Pokerabend bei H., einem aus meiner Ausbildung, bzw. im Hinterzimmer des Landgasthofs seiner Schwiegereltern. War eigentlich cool, seine Tochter ist sehr süß, D. und D. (die ich noch nicht richtig kannte) sind cooler als gedacht, ich bin immer noch ein passabler Pokerspieler (bei 5 Teilnehmern Texas Hold’em einmal zweiter und einmal gewonnen). Leider kam dann irgendwann das Gespräch auf Konflikte innerhalöb der Gruppe die älter als die Gruppe sind, was es irgendwann doch versaut hat.

Am Sonntag um 13.30 Uhr aufgestanden, gechillt, bisschen aufgeräumt, dann auch schon fertig gemacht für den Besuch von S. („wuselkind“) plus Papa. War sehr cool, wir haben geredet und geredet und geredet, hätte ich nie gedacht. Schnell waren dann auch zwei Stunden um, sie mussten weiter, wollten noch ein Stück Autobahn töten.

Eigentlich war dann mit T. nur ein Bier geplant, aber als wir in der Stammkneipe angekommen sind waren da schon Leute, einer hatte um Mitternacht Geburtstag, ist dann leicht eskaliert. Der Wirt war gut drauf, hat viel spendiert und bis um halb zwei aufgelassen bevor er uns rausgeworfen hat. T. wird sicher schon 2 Promille gehabt haben, ich war an der „Rollifahr-Grenze“, also so 1.2, aber es war einfach nur schön, ich habe mich gut mit M. unterhalten, zu viel geraucht, yo.

Irgendwie… OVERKILL.

:)

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