Enthusiasmus

Gerade schaue ich zum ersten Mal in meinem Leben Paralympics im TV. Meine Gedanken schweifen ab…

2007, auf einem christlichen Jugendkongress: Es ist Abend, „Worship“ angesagt, 4000 Jugendliche in einer Halle. Irgendwann nach der Hälfte kommt jemand zu mir und fragt mich, ob er mir die Hand auflegen und für mich beten darf. Ich erlaube es ihm. Wir beten zusammen für meine Heilung, und es kommen immer mehr Leute zu mir, legen mir die Hand auf, beten mit. Irgendwann ist die Worship-Veranstaltung vorbei, eine Frau bringt etwas Ordnung in das Geschehen und beendet das Gebet.

Während der ganzen Zeit wachsen gleichzeitig mein Mut und meine Verzweiflung immer mehr. Mein Mut, dass wirklich etwas passieren wird. Und meine Verzweiflung, einerseits weil nichts passiert. Anderseits aber auch, weil ich tief in mir drin gar nicht bereit bin für diese Veränderung, wenn sie eintreten sollte. Eine Sache, die ich davor nie wirklich realisiert hatte.

Danach schlafe ich 11 Stunden lang durch.

Daheim sagen mir meine Erzeuger, als wir ihnen von diesem Erlebnis erzählen, was für ein schlechtes Gewissen sie hatten, mit mir nie zu einem Heilungsgottesdienst gegangen zu sein. Und dass sie das Erlebnis als Bestätigung sehen, dass mich Gott dafür ausgewählt hat, mit meiner Behinderung auf die Menschen zu wirken.

2 comments

  1. yep, du warst gut fertig danach. ich weiß noch wie in dem zelt alles am rum springen & labern & catchen war und du mitten im getümmel geschlafen hast. zitat h.: „das war halt schon ein bisschen viel heute abend.“ ich weiß auch nicht was mit mir passier wäre wärst du aus der halle gelaufen.

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