Volle Kontrolle

Ich hol‘ wohl die meisten Asse raus, weil ich nie passe
Ich ziehe Joker, wenn ich auf meine Weise poker‘
Es ist egal, wer das höchste Blatt in der Hand hielt
Es geht darum, wie man das Spiel spielt

Das Mikrofon hat Strom, also geh‘ ich mit dem Strom. Ein neuer Hit, wenn nicht, was macht das schon?
Idealismus brachte guten Einfluss zum Fließen und war der Grund, als meine Anstöße anstießen.
Nun steh‘ ich da, immer noch mit vollen Händen, frag‘ mich: Wo soll das enden, wenn man schon anfängt
mich im Radio zu senden? Denn durch die überregionale Frequenz hat die Zahl meiner Hörer steigende Tendenz.
Doch Fans zu kriegen war mein Anliegen nie und ich habe meine Lieder nich‘ geschrieben
um sie in den Hitparaden zu platzieren und gehöre nicht zu denen, die kommen, kassieren
und ihren Erfolg nur Komik und Scherz verdanken, somit blieb mein Name unbekannt auf den Commerzbanken.
Ich sage, was ich meine, und ich meine, was ich sage, in Form von Reimen, und gebrauche dazu keine
mir nicht bekannten Ausdrücke um mich auszudrücken, keine Satzfüller zum Überbrücken.
Du weißt, der Sinn des Wortes spielt bei mir die wahre, wirklich große Rolle, und ich hab‘ volle Kontrolle.

Ich hol‘ wohl die meisten Asse raus, weil ich nie passe
Ich ziehe Joker, wenn ich auf meine Weise poker‘
Es ist egal, wer das höchste Blatt in der Hand hielt
Es geht darum, wie man das Spiel spielt

Da meine Worte nie leer waren, war ich schon immer Sprecher meiner Klasse, verließ sie vor zig Jahren, doch bewahrte Klasse,
fasse Gedanken in Worte. Mein Reim leidet nicht darunter, wenn ich ihn dem Sinn unterordne.
Extendet Spirit hat Hits im Remix gemacht über Nacht, wenn ich durchbreche, also wacht.
Denn ich halt‘, was ich verspreche, somit füll‘ ich Erwartungen und die Tanzfläche.
Hier ist die Frau, die nicht denkt, dass sie denkt, sondern weiß, weil sie nachdenkt, wodurch man ihr Glauben schenkt.
Man sagt, ich überschreite meine Grenzen manchmal. Gut, denn nur so wird man international!
Ich achte Writer, verachte Biter, nicht den Toy. Und war meinem B-Boy fünf Jahre lang treu.
Und alles andere bleibt, wenn auch das eine fehlt, da er stets mein bester Freund war, und nur das zählt, ja.
Ich geh‘ den Weg gradeaus, werd‘ nicht abbiegen, bevor ich alle eingesammelt hab‘, die auf der Strecke liegen blieben.
Ich geh‘ ihn bis zum Schluss, koste es, was es wolle, und hab‘ die volle Kontrolle.

Ich hol‘ wohl die meisten Asse raus, weil ich nie passe
Ich ziehe Joker, wenn ich auf meine Weise poker‘
Es ist egal, wer das höchste Blatt in der Hand hielt
Es geht darum, wie man das Spiel spielt

Ich bin die Schwester meiner ausländischen Brüder und verdien‘ Respekt durch die Nation Zulu. Cora, die Zulu-Queen!
Üb‘ ich Kritik, dann ist es konstruktive. Ich bekam nach meinem Debut und jedem Gig nur positive.
Hier ist Style, der prägt, Vorurteile widerlegt, den ein guter DJ auf- und nicht einlegt.
Cora E. auf Deinem CD-Player ist okay, doch nix gegen Cora auf Technics.
Eins zwei, drei und dreiunddreißig und Groove, den kein Studio schuf. Und so entstand der Ruf,
dass ich, wenn ich live zum Mikrofon greif, immer genauso komm‘ wie aus der Box in Deinem Wohnzimmer.
Da sich mein Handeln mit dem deckt was in meinen Reimen steckt, ist meine Unterschrift kein Autogramm, sondern ein Cora-Tag.
Und dieser Schriftzug für Zug ist der Tribut, den ich Euch zolle, und ich hab‘ volle Kontrolle.

Ich hol‘ wohl die meisten Asse raus, weil ich nie passe
Ich ziehe Joker, wenn ich auf meine Weise poker‘
Es ist egal, wer das höchste Blatt in der Hand hielt
Es geht darum, wie man das Spiel spielt

The lame man

Seit mehr als einem Jahr war ich heute mal wieder bei meiner Oma väterlicherseits.

Sie ist umgezogen, von der Inenstadt von H. neben ein Yard^^ Die neue Wohnung ist schon viel kleiner als die alte…

Aber dafür kann sie ihren Mann jetzt besser pflegen (Muss ich zu ihm jetzt Opa sagen? Stiefopa? Legt er überhaupt Wert auf sowas?). Das ist so ein verdammt trostloser Anblick, man kommt in das Wohnzimmer und da steht ein Krankenhaus-Bett. So richtig höhenverstellbar, und inklusive „Galgen“. Und in diesem Bett liegt H. er sieht so alt aus. Ich fahre zu ihm hin, gebe ihm die Hand, er freut sich so wie es aussieht wirklich uns zu sehen. Das letzte Mal als ich ihn gesehen habe hat er mich glaube ich nicht wirklich erkannt, er war geistig so am Ende, hat keine stimmigen Redebeiträge mehr geliefert, das ist jetzt wieder anders.

Er hebt die dünne Decke an die über ihm liegt, zum Vorschein kommt ein Beinstummel. Ich hatte zwar mal am Rande mitbekommen, dass er im Krankenhaus war. Aber DAS wusste ich nicht. „Jetzt hast du wohl ein Bein weniger als ich“, sage ich. Er lacht. „Naja, ich bin auch viel älter als du, da kann ich eins weniger haben!“. Er will dann in seinen Rollstuhl, mit uns Kuchen essen. Dabei sehe ich, dass er eine Windel anhat.

Es wird aber noch schön, auch wenn er nach einer Stunde absolut erschöpft ist und wieder ins Bett will, schlafen. Kein Wunder, ohne Muskeln.

Und jetzt sitze ich hier, vor meinem Rechner. Ich kann alles selbst und er kann prakktisch nichts mehr. Nicht einmal mehr rauchen. Meine Oma kauft ihm keine Zigaretten mehr, und er ist praktisch vollständig auf Hilfe angewiesen, überall. „Ich hab aufgehört mit Rauchen, nach 53 Jahren“, sagt er. „Wann hast du angefangen?“ – „Mit 13.“

66 ist doch kein ALTER. Nicht für sowas.

Ich werde demütig, wenn ich an ihn denke.

Gutes Omen

Eine Mail in meinem Postfach.


Betreff: 20six.de: neuer Kommentar

Donnerstag, 21. April, 2011 12:54 Uhr
Von: noreply@20six.de
An: Empfänger nicht bekannt

Hallo Hiro!

Du hast einen neuen Kommentar in einem Deiner Weblogs. Falls Du den oben angegebenen Link nicht anklicken kannst, kopiere die URL in das Feld Deines Webbrowsers.

Das war damals mein erstes ernst zu nehmendes Blog, dementsprechend gespannt war ich auf das neue Kommentar. Wer sollte sich noch dort hin verirrren?

Dann (natürlich…) die Ernüchterung, nur eines der üblichen Werbung-Spam-Teile, die 20six/myblog (selber Betreiber) nicht gefiltert bekommen…

Oben in der Ecke ist ein last.fm-Player eingebunden, aus Spaß mal auf „Play“ geklickt.

The Prodigy – Omen

FLASH.

(Und danach Faithless – Insomnia. Auch Flash.)

Waste your youth

Geben wir’s auf.

„Du bist so ein toller Kerl“ „Du hast voll die tolle Stimme“ „Du hast so ein bildhübsches Gesicht“ „Dich hat echt keine von diesen Schlampen verdient“ „Du bist so toll“

Was bringt mir das? WAS?

So wie es bis jetzt aussieht, bin ich in den Ferien bei zwei verschiedenen Mädchen die jeweils nur eins wollen. Wenn meine Gefühle nicht ziehen, dann eben so.

Scheint ja doch irgendwie normal zu sein und, ganz ehrlich, ich habe absolut keinen Bock mehr immer nur einsam zu sein, immer zu warten, immer… IMMER.

Ich habe ja anscheinend irgendwie das Potential, und das will ich jetzt verdammt nochmal NUTZEN.